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Neulich hatte ich angekündigt, dass ich hier ab und zu nen alten Comic posten und was dazu schreiben möchte. Jetzt mache ich das einfach mal, denn Ankündigungen, aus denen nichts wird, sind doof.
Wenn ich mich richtig erinnere, ist das da oben einer der ersten Comics mit mehreren Bildern, die ich für islieb gekrakelt hatte. Ich weiß noch, wie ich dachte: „Wie zum Henker soll ich die Figur so hinkriegen, dass sie in allen Panels ungefähr gleich aussieht?“ Das schien mir damals eine enorme Herausforderung zu sein.
Hab das Problem dann gelöst, indem ich ne kleine Lampe unter einen noch kleineren Glastisch gestellt habe. Dann habe ich das Blatt mit der Figur auf den Glastisch gelegt, ein anderes Blatt drüber gelegt und die Figur durchgepaust / auf dem neuen Blatt nachgezeichnet. Hoffentlich ist so ungefähr klar, was ich meine.
Und die Figur in den ersten beiden Bildern ist offenbar digital kopiert. Ich schätze, mir war’s zu viel Aufwand, die doppelt zu zeichnen. Meine Zeichenkünste waren wirklich arg begrenzt und ich hatte davor schon etliche Cartoons ( = Ein-Bild-Comics) gemacht, die noch viel krakeliger waren.
Aber auf ne gewisse Art sind etwas stümperhaft gezeichnete Comics natürlich lustig oder sympathisch, gerade WEIL sie nicht professionell aussehen. Solange umgekehrt auch wieder was Gutes drinsteckt, das sie lesenswert macht.
Den Gedanken hatte ich früher auch schon und als die Comics nach und nach immer weniger krakelig wurden, war ich ne zeitlang in Sorge. „Was, wenn ich immer weiter Comics zeichne und die irgendwann zu GUT aussehen?“ dachte ich.
Normalerweise zeichne ich alles linkshändig und hatte überlegt, ob ich eines Tages vielleicht die rechte Hand nehmen sollte, um wieder mehr Krakel reinzukriegen. Oder notfalls mit dem Fuß zeichnen sollte, sobald die Hände zu kompetent werden.
Inzwischen hat sich aber alles ganz gut eingerenkt, glaube ich. Und ich muss nicht mal meine Füße benutzen. Größtenteils läuft das unbewusst, aber die meisten Comics zeichne ich heute echt nicht mehr so sorgfältig, wie ich eigentlich könnte.
Zum einen bin ich auf die Weise schneller, das ist natürlich super. Aber irgendwo in meinem Hirn ist auch immer der Gedanke: „Das soll hier alles nicht zu elegant und geschliffen aussehen, wenn die Köpfe nicht ganz rund sind und die Perspektive etwas verhunzt ist, passt das schon“.
Aber ich zeichne nie irgendwas ABSICHTLICH krakelig, ich spare mir nur den Feinschliff, wenn ich das Gefühl habe, dass er für den jeweiligen Comic nicht nötig ist.
Joa! Ungefähr so läuft das alles. Jetzt bräuchte ich noch eine Moral oder Erkenntnis, mit der ich den Text hier abschließen könnte, das wäre perfekt. Aber ich finde keine! Vielleicht sind meine Texte ja auch sympathischer, wenn ich das Ende verhaue? Äh… darauf hoffe ich jetzt einfach mal. Ende.
Schönen Donnerstag und Kaffee / Tee / Kakao / Mineralwasser für alle!
Das da oben ist ein alter Comic, ich hab ihn jetzt einfach hochgeladen, damit ich euch hier keinen ellenlangen Text ohne Comic hinknalle, denn das wäre nicht lieb.
—
Heute versuche ich mal wieder, die einzige Frage zu beantworten, die ich wirklich regelmäßig bekomme, nämlich: „Wie kommst du auf deine Ideen?“.
Das Problem ist, dass ich jedes Mal das Gefühl habe, meine Antwort ist nicht das, was andere erwartet hatten und dass mir davon abgesehen niemand so ganz glaubt.
Habe schon auf viele Arten versucht, ungefähr dasselbe zu sagen, nur schaffe ich es scheinbar nicht, das wirklich klar zu kommunizieren. Aber ich probier’s! Comicideen entwickel ich folgendermaßen:
Ich *glaube*, wenn ich das so beschreibe, denken viele: „Das war aber keine Antwort auf die Frage! WIE fallen dir die Sachen ein? Mir würde einfach nichts einfallen!“
Und das ist der Punkt, an dem ICH wiederum nicht so ganz verstehe, was die anderen meinen. Jeder könnte z.B. zwei Figuren malen, egal wie krumm und schief. Die eine Figur könnte „Hallo“ sagen und die andere Figur könnte „Hi“ antworten.
Tadaa, Idee und Comic fertig. Darauf könnte wirklich jeder kommen. Ich weigere mich zu glauben, dass es irgendwer trotz aller Anstrengung nicht hinkriegen würde, sich etwas in der Art auszudenken.
„Das wäre aber ein total schlechter Comic!“, würden manche jetzt vielleicht sagen. Und ich glaube umgekehrt, wenn ich sowas zeichnen und hochladen würde, fänden es viele lustig, gerade WEIL es so sinnlos wäre.
Aber ok – einigen wir uns der Einfachheit halber darauf, dass die Idee schlecht ist. Dann ist die Frage an mich wahrscheinlich nicht, wie man auf Ideen kommt, sondern wie man auf gute/kreative/lustige/lesenswerte Ideen kommt. Aber… aber ich hab’s doch oben schon geschrieben!
„Ich krakel auf, was mit einfällt und ich sortiere die schlechten Ideen aus“. Wenn ich das mache, bleiben hinterher die guten Ideen übrig, ist doch logisch! Oder zumindest Ideen, von denen ich DENKE, sie wären gut. Manchmal irre ich mich gewaltig.
„Ja toll, mir würden aber NUR schlechte Ideen einfallen!“ würden andere jetzt vermutlich rufen.
Und ich denk wirklich, das ist ein Irrtum. Auch wenn mir kaum jemand glaubt. Wer einen Haufen schlechter Ideen produziert, stößt früher oder später zwangsläufig, mit 100%ig garantierter Sicherheit und absolut unvermeidbar auch auf ne gute Idee.
Deswegen lade ich hier auch immer so viele Comics hoch. Natürlich ist nicht jeder einzelne total oberspitzenmäßig genial. Ich krakel trotzdem alles, was mir lesenswert erscheint, weil ich weiß, dass schon ab und zu richtig tolle Comics dabei sein werden. Außerdem ist eh alles subjektiv und alle haben andere Favoriten.
Der Rest ist Übung. Das ist die andere Sache, die mir kaum jemand glaubt. Comic-Ideen kommen mit der Zeit schneller und zuverlässiger, ich haue seltener total daneben und nach und nach, in ganz kleinen Schritten, wird alles an allen Ecken und Enden einen Tick besser und das geht immer so weiter.
Vielleiiiicht ist mein Gehirn auf eine Art verkabelt, die mir das alles etwas leichter macht als manchen anderen Leuten. Ist durchaus möglich, aber ich hab bisher keinen Hinweis darauf gefunden.
Ich seh nur den gigantischen Haufen Zeit, den ich schon in die Comics gesteckt habe. Und „Comicideen entwickeln“ ist aus meiner Sicht bloß ne ganz normale Fähigkeit, die nach und nach erlernt und entwickelt wird. So wie Klarinette zu spielen oder sich ne Fremdsprache anzueignen.
Ungefähr so komme ich auf meine Ideen.
Guten Morgen!
Theoretisch sollte ich Comics hier wahrscheinlich in einem etwas geordneteren Rhythmus hochladen, schön gleichmäßig, einen oder zwei pro Tag, zu passenden und gleichbleibenden Uhrzeiten. Und Comics über Schmetterlinge im Frühling und nicht im Dezember. Das wäre professionell!
Aber ich fürchte, dass ich auf die Weise dauernd vergessen würde, einzelne Comics zu posten. Außerdem denke ich immer: „Hurra, ich hab Comics fertig!“, wenn ich Comics fertig habe, da fehlt mir die nötige Disziplin, alles schön aufzuteilen und Sachen zurückzuhalten.
Daher mein etwas chaotisches Comic-Veröffentlichungs-Verhalten. Vielleicht ändere ich das in Zukunft noch, aber realistisch betrachtet vermutlich eher nicht. Zum Glück könnt ihr ja eh alles lesen, wann ihr wollt.
Schönes Wochenende und Kaffee für alle, die Kaffee trinken!