Das da oben ist ein alter Comic, ich hab ihn jetzt einfach hochgeladen, damit ich euch hier keinen ellenlangen Text ohne Comic hinknalle, denn das wäre nicht lieb.
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Heute versuche ich mal wieder, die einzige Frage zu beantworten, die ich wirklich regelmäßig bekomme, nämlich: „Wie kommst du auf deine Ideen?“.
Das Problem ist, dass ich jedes Mal das Gefühl habe, meine Antwort ist nicht das, was andere erwartet hatten und dass mir davon abgesehen niemand so ganz glaubt.
Habe schon auf viele Arten versucht, ungefähr dasselbe zu sagen, nur schaffe ich es scheinbar nicht, das wirklich klar zu kommunizieren. Aber ich probier’s! Comicideen entwickel ich folgendermaßen:
- Ich nehme Papier und nen Stift
- Ich krakel auf, was mir einfällt
- Ich sortiere die schlechten Ideen aus
- Was mir brauchbar erscheint, verarbeite ich später zu fertigen Comics
Ich *glaube*, wenn ich das so beschreibe, denken viele: „Das war aber keine Antwort auf die Frage! WIE fallen dir die Sachen ein? Mir würde einfach nichts einfallen!“
Und das ist der Punkt, an dem ICH wiederum nicht so ganz verstehe, was die anderen meinen. Jeder könnte z.B. zwei Figuren malen, egal wie krumm und schief. Die eine Figur könnte „Hallo“ sagen und die andere Figur könnte „Hi“ antworten.
Tadaa, Idee und Comic fertig. Darauf könnte wirklich jeder kommen. Ich weigere mich zu glauben, dass es irgendwer trotz aller Anstrengung nicht hinkriegen würde, sich etwas in der Art auszudenken.
„Das wäre aber ein total schlechter Comic!“, würden manche jetzt vielleicht sagen. Und ich glaube umgekehrt, wenn ich sowas zeichnen und hochladen würde, fänden es viele lustig, gerade WEIL es so sinnlos wäre.
Aber ok – einigen wir uns der Einfachheit halber darauf, dass die Idee schlecht ist. Dann ist die Frage an mich wahrscheinlich nicht, wie man auf Ideen kommt, sondern wie man auf gute/kreative/lustige/lesenswerte Ideen kommt. Aber… aber ich hab’s doch oben schon geschrieben!
„Ich krakel auf, was mit einfällt und ich sortiere die schlechten Ideen aus“. Wenn ich das mache, bleiben hinterher die guten Ideen übrig, ist doch logisch! Oder zumindest Ideen, von denen ich DENKE, sie wären gut. Manchmal irre ich mich gewaltig.
„Ja toll, mir würden aber NUR schlechte Ideen einfallen!“ würden andere jetzt vermutlich rufen.
Und ich denk wirklich, das ist ein Irrtum. Auch wenn mir kaum jemand glaubt. Wer einen Haufen schlechter Ideen produziert, stößt früher oder später zwangsläufig, mit 100%ig garantierter Sicherheit und absolut unvermeidbar auch auf ne gute Idee.
Deswegen lade ich hier auch immer so viele Comics hoch. Natürlich ist nicht jeder einzelne total oberspitzenmäßig genial. Ich krakel trotzdem alles, was mir lesenswert erscheint, weil ich weiß, dass schon ab und zu richtig tolle Comics dabei sein werden. Außerdem ist eh alles subjektiv und alle haben andere Favoriten.
Der Rest ist Übung. Das ist die andere Sache, die mir kaum jemand glaubt. Comic-Ideen kommen mit der Zeit schneller und zuverlässiger, ich haue seltener total daneben und nach und nach, in ganz kleinen Schritten, wird alles an allen Ecken und Enden einen Tick besser und das geht immer so weiter.
Vielleiiiicht ist mein Gehirn auf eine Art verkabelt, die mir das alles etwas leichter macht als manchen anderen Leuten. Ist durchaus möglich, aber ich hab bisher keinen Hinweis darauf gefunden.
Ich seh nur den gigantischen Haufen Zeit, den ich schon in die Comics gesteckt habe. Und „Comicideen entwickeln“ ist aus meiner Sicht bloß ne ganz normale Fähigkeit, die nach und nach erlernt und entwickelt wird. So wie Klarinette zu spielen oder sich ne Fremdsprache anzueignen.
Ungefähr so komme ich auf meine Ideen.
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