Hochverehrte Patronenschaft, Clubmitglieder, Islieblinge und Kekskrümel,
sie war wieder da. Und ich glaube, sie hat sich vermehrt. Der blanke Horror steht meinem Antlitz voller Entsetzen ins Gesicht geschrieben, denn die grausamen Dämonen meiner Vergangenheit sind zurück.
Natürlich wusste ich, dass das passiert. 21 Monate habe ich gewartet, 21 Monate hatte ich Frieden und Glück. Das alles ist nun vorbei.
OK, ich sollte wohl alle unter euch auf den neuesten Stand bringen, die hier noch nicht ganz so lange dabei sind. Im Sommer 2017 habe ich hier ein Trauma von dramatischen Ausmaßen geschildert: In meiner eigenen, viel zu kleinen Küche wurde ich von einer Hornisse attackiert.
Es war eine epische, 12stündige Schlacht, wenn ihr hart genug seid, die ganze Story zu lesen, klickt auf den Link da oben. Doch kurz gesagt habe ich überlebt.
Heute Vormittag ist mir der Fehler unterlaufen, das Fenster zu öffnen. „Lass die frische Luft rein, hol den sommerlichen Frühling ins Zimmer!“, dachte ich. Ja, ich bin unvorsichtig geworden. Und plötzlich war sie zurück, aggressiver und fieser als je zuvor. Ich habe sie natürlich sofort erkannt. Ignorieren wir den Fakt, dass andere Hornissen nur einige Wochen lang leben.
Ehrlich gesagt bin ich noch nicht bereit, diesen erneuten Zusammenstoß in allen blutrünstigen Details zu beschreiben, aber grob zusammengefasst habe ich erneut überlebt und das Monster aus meiner Wohnung verscheucht. Da ich heute NOCH mutiger bin als vor zwei Jahren, habe ich das dieses Mal sogar in weit unter 12 Stunden hinbekommen. Und wieder habe ich überlebt, ihr könnt also entspannt aufatmen (sofern ihr in Sorge wart, weiß ja nicht…).
Während ich das hier schreibe, fliegt die Hornisse alle paar Minuten vor meinem inzwischen fest verschlossenen Fenster rum. Diese Dreistigkeit. Es ist klar, dass sie rein will, um auszutesten, ob ich auf Hornissen allergisch reagiere.
Ich vermute, irgendwo am Haus hier ist ein Nest, anders formuliert bin ich geliefert, wenn ich nicht schleunigst aufrüste und 2,99 € in Fliegengitter investiere. Denn Hornissen sind nachtaktiv (genau wie ich). Das Internet sagt zudem, sie schlafen fast nie (im Gegensatz zu mir). Wie kann ich mich also mit Sauerstoff versorgen? Ich muss handeln oder ich könnte ersticken.
Die traurige Ironie ist, dass ich gerade erst letzte Woche informiert wurde, dass Mücken überhaupt nicht von Lampenlicht angezogen werden. „Wow, von nun an kann ich nachts das Fenster auflassen und währenddessen lesen, das wird so toll!“, dachte ich.
Aber wer wird nachts durchaus von Lampenlicht angezogen? Hornissen! Nein, das Leben ist keine Popcorntüte.
Weitere Updates folgen. Falls mich die Hornisse erwischt und ihr nichts mehr von mir hört, verbreitet bitte alle bisherigen Comics nach Herzenslust, auf dass sie der Nachwelt erhalten bleiben.
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