Wisst ihr, was auch traurig ist? Isfies ist gerade von Twitter gezwungen worden, nen Comic zu löschen, weil sich da im letzten Panel ein Strichmännchen erhängt. Hach ja. Das galt wohl als Aufruf zum Suizid.
Ich find’s faszinierend, wie schnell sich die Mentalität bei solchen Themen ändert. In der Grundschule haben wir noch Galgenmännchen mit der Lehrerin gespielt. (Rückblickend betrachtet pädagogisch vielleicht nicht SO sinnvoll, aber hey, hat Spaß gemacht!)
Was Social Networks angeht, gefällt mir diese zunehmende Tendenz, alles zu entfernen, was irgendwem unangenehm ist oder jemand für nicht angemessen hält, aber schon seit Jahren überhaupt nicht.
Für mich persönlich ist es nicht so relevant, was ich hier zusammenkrakel, ist ja eigentlich harmlos. Ich kann eigentlich nur irrtümlich unter die Räder geraten.
Wer unbequemere Sachen macht oder gar öfters politisch wird, lebt inzwischen aber ab ner gewissen Reichweite immer mehr mit der Gefahr, den einen oder anderen Account zu verlieren. Und weil große Social Media Accounts oft wichtig und manchmal ne Existenzgrundlage sind, ist die Verlockung groß, sich bloß nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Gibt ja oft Empörung nach dem Motto: „Wieso wurde DAS jetzt gesperrt und nicht DAS, was zum Henker?!“ – aber ich glaube, da verstehen Leute einfach nicht, wie groß diese Plattformen wirklich sind. Wenn Beiträge gemeldet werden, sitzt irgendwo eine unterbezahlte Person, die dann 6 Sekunden Zeit hat, um zu entscheiden, was bleibt und was nicht. Und wo das möglich ist, übernehmen Algorithmen die Arbeit (und machen genauso Fehler).
Naja. Von daher wäre ich stark dafür, dass nur in extremen Fällen gehandelt wird und ansonsten einfach alles laufen darf. Aber der Trend geht in ne andere Richtung. Und die ganzen Plattformen versuchen, sich irgendwie durch negative Presseberichte, Forderungen aus der Politik, verärgerte Werbekunden und den ganzen Rest zu navigieren. „Im Zweifelsfall löschen und sperren“ ist dann fast zwangsläufig die Linie, die sich durchsetzt.
Werde meinen bescheidenen Beitrag leisten und auf diesen Seiten noch mehr als bisher jeden Comic aussparen, der auch nur aaaansatzweise ein Problem sein könnte. Wuhuu!
Das was du da beschreibst erinnert mich ans Buch „Fahrenheit 451“. Die meisten werden es kennen. Da wird auch mal erklärt, wie es dazu kam, dass Bücher verbrannt werden: Die Autoren haben versucht niemanden zu triggern, weshalb alle Bücher gleich waren und niemand sie mehr lesen wollte, weil es langweilig war. Die Regierung musste dann nur mehr dafür sorgen, dass die alten Bücher, die noch nicht so geschrieben wurden, zerstört werden.
Es ist traurig zu sehen, dass sich die Gesellschaft in Richtung solcher Dystopien entwickelt.
Joa, das ist auch wieder eines von diesen 100.000 Büchern, die ich gern mal lesen wollte und nie gelesen habe…
Bitte weiter mit deinen comics inklusive schwarzen Humor und galgenmännchen.
Das macht das ganze doch erst aushaltbar. Wenn man wieder lachen kann. egal wie bitter es ist