OK, ihr habt das erste Türchen gefunden, wuhuu! Und ich habe keinen Schimmer, wie sich so ein Osterkalender seriös beginnen lässt, aber ich beschreibe jetzt einfach mal…
…5 Dinge, um die ich mir im Bezug auf die islieb-Comics ganz unnötig Sorgen gemacht habe:
1. Nachdem ich 100 Comics gezeichnet hatte, war mir aufgefallen, dass die neueren Comics nicht mehr GANZ so krakelig aussahen wie die ersten. Nach 300 Comics hatten die Figuren häufig nette Gesichtsausdrücke und ich war ein bisschen stolz auf mich.
Aber ich war auch in Sorge, dass das immer so weitergeht und die Comics eines Tages unbeabsichtigt ZU GUT aussehen könnten. Zu professionell. Und dadurch jeden Charme verlieren.
Normalerweise zeichne ich mit links und hatte ernsthaft darüber nachgedacht, in Zukunft zur rechten Hand zu wechseln, um wieder mehr Krakel reinzukriegen. Oder alles schneller zu zeichnen, als ich kann. Lauter solche Sachen.
Ein paar Jahre später kann ich sagen, dass die Sorge wohl unbegründet war. Die Comics sehen ziemlich genau so aus, wie ich mir das wünsche, und deeeefinitiv nicht zu professionell. Ein Glück!
2. Als die ersten Leute angefangen hatten, bei den Comics mitzulesen und immer mehr dazugekommen sind, war ich sofort in Sorge, dass das alles ein Fehler oder Missverständnis sein könnte.
Letztendlich hab ich in meiner ganzen Freizeit schon immer diverse „kreative“ Sachen gemacht, seit ich 4 oder 5 war. Nur hat sich dafür nie irgendwer interessiert, abgesehen von Eltern und Familie oder dreieinhalb Freunden.
„Meine Güte, du krakelst hier STRICHMÄNNCHEN!“, hab ich gedacht. „Wieso sollte sich jemand für Strichmännchen interessieren?“ „Sind diese ganzen Leute nur hier, um dich zu veräppeln?“ „Das fällt in 3 Monaten garantiert alles in sich zusammen!“
Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass die Comics ECHT gern gelesen werden und freue mich natürlich nach wie vor riesig darüber. Danke, Universum!
3. Ich hatte Sorge, dass ich mich ständig mit Anwälten rumschlagen würde, weil ich juristisch angegriffen werde oder Leute so üble Sachen mit den Comics machen könnten, dass ich selbst mit Klagen anfangen muss.
Meine Vorstellung war so ungefähr: „Sobald jemand etwas hat, das halbwegs läuft, kommen andere an, um ihm alles wegzunehmen oder kaputtzumachen.“ Vielleicht habe ich ein arg negatives Menschenbild.
Es kann sehr gut sein, dass ich eines Tages wirklich mal nen größeren Rechtsstreit ausfechten muss, aber bisher waren alle Sorgen in der Art total unnötig. Die Welt lässt mich offenbar mein Ding machen und kümmert sich nicht groß darum. Das is lieb!
4. Nachdem mit den Comics Schritt für Schritt alles ganz vielversprechend lief, hatte ich direkt Sorge, dass ich alles ruiniere.
Dass ich aus-welchen-Gründen-auch-immer plötzlich aufhöre, neue Comics zu zeichnen. Dass ich mich verzettel und anfange, von Comics auf etwas anderes umzusteigen, das dann keine Seele interessiert. Oder dass ich mich in eine andere Richtung komplett verrenne.
Bei dem, was ich hier jeden Tag mache, sagt mir ja niemand, was zu tun ist, wo ich die Zeit reinstecken sollte, was richtig und was falsch ist. Gibt keine Anleitung, keinen Kompass und ich kannte auch keine Leute, die was Vergleichbares gemacht haben und mit denen ich mich gut über mein Krakelcomic-Projekt austauschen konnte.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, habe ich mir über das Thema wahrscheinlich gar nicht *unnötig* Sorgen gemacht. Könnte eher sein, dass ich nicht alles an die Wand gefahren habe, WEIL ich mir dauernd Sorgen gemacht habe, alles an die Wand zu fahren. Ist natürlich nur Spekulation!
5. Okay, ich hab jetzt 10 Minuten lang darüber nachgedacht, worüber ich mir im Bezug auf die Comics noch unnötig Sorgen gemacht habe, aber mir fällt nichts mehr ein. Sorry!
Generell mache ich mir über arg viele Sachen arg viele Sorgen, fürchte ich. Das steckt so in meiner Persönlichkeit und manchmal ist es sogar hilfreich, aber manchmal übertreibe ich eindeutig. Es ist ziemlich sicher nicht anerzogen, also könnte es durchaus angeboren sein, wer weiß. Vermutlich hatte ich viele besorgte Vorfahren und hoffentlich hat ihnen die ganze Besorgnis geholfen, nicht von Berglöwen gefressen zu werden, während sie Strichmännchen an Höhlenwände gemalt haben.
The End.
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