Ahoi! Habe mir gerade überlegt, dass ich an dem Beispiel da oben mal kurz beschreiben könnte, warum ich die Comics auf eine bestimmte Art krakel und aufbaue und welche Entscheidungen oft dahinter stehen.
Damit will ich jetzt bloß nicht den Eindruck erzeugen, das wäre hier hochkomplexes Kunsthandwerk oder ich würde über jedes Detail ewig nachdenken. Wenn ich diese Comics zeichne, passiert das alles halb automatisch und ganz selbstverständlich.
OK, aaaalso… [räusper]
Zunächst mal ist mir natürlich wichtig, dass die Schrift gut lesbar bleibt, auch auf nem kleinen Handy-Display. Damit bin ich schon eingeschränkt, weil einfach kein Platz für Romane ist. Die Comics enthalten ja bloß eine Handvoll Sätze, aber dafür ist im Idealfall wirklich kein Wort zufällig oder überflüssig.
Oft geht es einfach darum, mit ein paar Strichen und wenigen Worten alle wichtigen Infos rüberzubringen und schnell zum Punkt zu kommen, ohne dass das Setup öde oder unnatürlich wirkt.
Wenn das Bild da oben so verstanden wird wie geplant, sollte aus dem einen Panel deutlich werden:
– Es geht um eine Entführung durch Aliens
– Die Aliens sind gerade auf der Erde
– Der Comic spielt sich im UFO der Aliens ab
– Die Entführung war eine spontane Aktion des linken Aliens
– Das rechte Alien ist vernünftiger und über die Entführung nicht begeistert
– Der Entführte ist offenbar ein Mensch und wirkt in der Situation ziemlich glücklich
Das ist ne ganze Menge für 2 1/2 Sätze und eine simple Krakelskizze. Natürlich sollte alles auch ohne große geistige Anstrengung lesbar und intuitiv verständlich sein, wir sind ja alle bequem.
Daher entsprechen die Aliens optisch auch sämtlichen Alien-Klischees, damit direkt klar wird: „OK, das sind Aliens“ und daraus folgt für die meisten Leute hoffentlich: „OK, das andere ist ein Mensch“, selbst wenn ein Stichfigürchen mit riesigem Kopf ohne Haare eigentlich echt nicht wie ein Mensch aussieht.
Dass die Aliens ihr eigenes Raumschiff als UFO bezeichnen, ist natürlich Quark, aber das sind eben Sachen, die ich gern in Kauf nehme, um die Story rüberzubringen. (Außerdem fand ich das irgendwie lustig. Ist hier ja alles nur Spaß und nicht irgendein Alien-Thriller, der sich selbst ernst nimmt).
Ansonsten achte ich noch sehr drauf, die Texte immer so anzuordnen, dass es fast unmöglich ist, irgendwas in der falschen Reihenfolge zu lesen. Und es sollte keine Zweifel daran geben, wer was sagt.
Erstaunlich ist wahrscheinlich auch, dass die Aliens deutsch sprechen, aber es wäre halt keine so tolle Idee, eine Alien-Sprache zu erfinden, die dann niemand versteht. Falls einzelne Leute in Kommantaren nachfragen, sage ich am besten, dass die Aliens genau wie jede andere intelligente Spezies das Sprachzentrum ihres Gehirns automatisch mit allen Lebensformen in ihrer Umgebung synchonisieren. Ha!
(Früher haben viele Aliens übrigens die Suchmaschinen-Übersetzung von Bing benutzt, aber das war ein totales Desaster und hätte wegen zu vieler Missverständnisse um ein Haar – oder eher um eine halbe Plancklänge – einen 42jährigen, interstellaren Multiversums-Krieg ausgelöst.)
Naja, so viel zum heutigen Comic-Kommentar. Wenn ihr mögt, könnt ihr ja gern selbst mal ein paar Comics krakeln. Aaber wehe, ihr verdrängt mich dann aus dem Krakelcomic-Business! 😀
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