Heute habe ich einen Text von jemandem gelesen, der Dinge in seiner Vergangenheit total bereut. Sowohl die, die er gemacht hat als auch die, die er nicht gemacht hat. Später hab ich Geschirr abgewaschen.
Beim Abwaschen habe ich über alles Mögliche nachgedacht und dabei ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich gar nichts in meiner Vergangenheit wirklich bereue. Mir war das vorher gar nicht so bewusst, aber diese Gedanken nach dem Motto: „Ach hätte ich doch!“, „Warum hab ich denn bloß?“ usw. kenne ich gar nicht.
Okay also, vor etwa zwei Jahren hatte ich mir versehentlich das Bein verbrüht und dachte 5 Sekunden später schon: „Aua, hätteste da mal besser aufgepasst.“, aber ich verzweifle jetzt nicht an dem Mist, den ich mit 13 gebaut habe oder so.
Weil.. weil, naja, meine generelle Logik dahinter ist: Wenn ich Fehler gemacht oder Chancen verpasst oder falsche Entscheidungen getroffen habe, dann hab ich’s ja nicht mit Absicht gemacht. Ich habe einfach immer getan, was ich konnte. So wie alle Leute, denke ich. Und zeitweise war’s halt nicht so toll. Aber ich konnte es damals eben nicht besser.
Und ich finde es unlogisch, sich für etwas fertigzumachen, das man in der jeweiligen Situation eben nicht besser hätte hinkriegen können, denn sonst hätte man’s ja besser hingekriegt. So in etwa.
Ich weiß nicht, ob das für andere Sinn ergibt oder ansatzweise hilfreich ist, aber so denke ich über das Thema und deswegen bereue ich eigentlich nichts. Sicher tun mir Sachen leid und ich versuche, aus Fehlern zu lernen, aber ich glaube, das ist noch mal ein bisschen was anderes, als ewig auf seiner eigenen Vergangenheit rumzuhacken.
Kann natürlich auch sein, dass es in meinem Gedankengang ein Logikloch gibt, das mir beim Abwaschen nicht aufgefallen ist. Weist mich in dem Fall bitte gern darauf hin.
Diesen Text habe ich vor allem geschrieben, weil ich im Moment keine Lust habe, das Geschirr abzutrocknen.
PS: Dem verbrühten Bein geht es auch wieder gut.
Das sagt meine Psychologin echt auch immer.
Ich habe schon sehr viel Mist in meinem Leben gebaut. Habe mich geritzt und dumm gemacht und mich selber gehasst. Aber in dem Moment konnte ich nicht anders. Das war in dem Moment der einzige Weg, mit mir klarzukommen.
Also nein. Du denkst nicht falsch. Du denkst zu 100% richtig. Klar machen wir Fehler, aber aus denen lernt man, und zu dem Zeitpunkt ging es einfach nicht anders oder besser.