Griff
mit isfies-Bonus
von Eylou 1 Kommentar
Liebe Patronauten, Islieblinge, Clubmitglieder, Kekskrümel und alle anderen,
hier eine Geschichte aus meinem Leben. Sie ist schockierend und 100% wahr. Nichts für schwache Nerven! Eine Erinnerung daran, dass wir in einer gefährlichen Welt leben, voller hinterhältiger Katastrophen, die uns jederzeit heimsuchen und alles zerstören können, was wir lieben. Also, es war so:
Gestern Abend hatte ich beschlossen, mich mal wieder gescheit zu ernähren und so richtig zu kochen. Mit Herd und Töpfen, nicht mit Essen aus Dosen oder Schalen in Mikrowellen. Frisches Gemüse! Kartoffeln. Kräuter, Zitronen, exotische Gewürze, Salz und Pfeffer, Grüntee. Das volle Programm.
Ich bewundere echt alle, die wirklich kochen können. Ganz viel Applaus an euch, falls ihr zumindest über durchschnittliche Kochkünste verfügt. Mir ist das alles ein Rätsel.
Wenn ICH koche, fühlt es sich immer an, als würde um mich rum die Welt untergehen, während ich im Wettlauf gegen die Zeit versuche, irgendwie alles unter Kontrolle zu halten und keinen Großbrand auszulösen. Der reinste Krieg.
Zum Teil ist meine Küche schuld, die ist viel zu klein. Fühlt sich an wie ein halber Quadratmeter. Da ist einfach kein PLATZ! Ich hatte in meinem Bericht über das große Hornissen-Desaster schon von meinen Küchen-Problemen berichtet. Es ist auch kein Platz für nen Geschirrspüler und ich lasse meinen Abwasch nach dem Essen meistens stehen, so ist nie ne Ecke frei, um irgendwo nen Teller hinzustellen. Zum Teil bin ich also auch selbst schuld.
Aber vor allem ist Kochen zu viel Multitasking und ich versteh das ganze Prinzip nicht. Zu viele unterschiedliche Dinge, die gleichzeitig backen oder überkochen oder anbrennen, Teil A ist schon fertig und wird kalt, Teil B ist noch gefroren, ich finde keine Gabel mehr, muss schmutzige Gabel abwaschen, Waschbecken ist bereits belegt, an allen Ecken und Enden Drama.
Und wenn ich zwischendurch doch mal kurz für 10 Minuten am PC bin, um meine E-Mails zu checken und stattdessen auf Twitter zu landen, bricht in der Küche alles gnadenlos zusammen. Waaah!!
Also noch einmal Respekt an alle Köche und Köchinnen, ihr seid super.
Am Ende hatte ich aber alles geschafft, meine Küche lag in Trümmern, doch ich hatte mein Essen. Und es war – naja also, für MEINE Verhältnisse war es echt gut, aber ich weiß nicht, was ihr dazu sagen würdet. Wahrscheinlich gar nichts, ihr würdet einfach wegrennen.
Happy End? Leider nein.
Heute Morgen bin ich bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht und meine ganze Wohnung war gelb. Na gut, nicht die GANZE Wohnung, nur der halbe Boden. Gelbe Flecken auf dem Küchenboden, gelbe Farbspur von der Küche zum Computer, überall Gelb. Ich war geschockt.
Dann hab ich mich beruhigt und nen Lappen genommen, um die Flecken zu entfernen. Kein Erfolg mit warmem Wasser. Kein Erfolg mit Seifenlauge, Schwämmen und roher Gewalt. Kein Erfolg mit Apfelessig (das hatte ich vor allem aus Verzweiflung probiert). Kein Erfolg mit so einem komischen chemischen Reiniger, den ich eigentlich nie benutze.
Um alles noch schlimmer zu machen, war es ein ganz seltsames, kaltes Neon-Gelb, hat mich an ausgelaufene Brennstäbe in Atomkraftwerken erinnert. WER NIMMT EINEN MENSCHEN ERNST, DER IN EINER WOHNUNG VOLLER GELBER FLECKEN WOHNT? Alles war ruiniert. Ich war erledigt.
Und die Flecken waren kein nuklearer Abfall, sondern Kurkuma. Kurkuma ist so ein Gewürz, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es extrem GELB ist (und gesund, aber in erster Linie gelb). Bei meiner Kochaktion hatte ich es dummerweise verwendet, unbemerkt auf dem Boden verteilt und WARUM BESTRAFT MICH DIE WELT DAFÜR, DASS ICH DAS RICHTIGE TUN UND MICH MAL WIEDER GUT ERNÄHREN WOLLTE?!
Hab mir Kaffee gemacht und überlegt. Wegen der ganzen Covid-19-Situation war ich monatelang so vorsichtig und risikobewusst. Möglicherweise paranoid. Und nach all der Zeit wird mir KURKUMA zum Verhängnis?! Ich war auf VIREN vorbereitet! Hatte sogar Chlorbleiche gekauft, um notfalls eine coronaversuchte Zombie-Armee abwehren zu können.
Moment… Chlorbleiche. ChlorBLEICHE. Gelbe Flecken. Bleiche.
Ich habe meinen Lappen genommen. Chlorbleiche rausgekramt. Atem angehalten, geschrubbt, gebetet und… UND DIE GELBEN FLECKEN BESIEGT! Mit purer Chemie-Power. Meine Wohnung ist wieder hübsch. Okay, „Hübsch“ ist relativ. Aber zumindest nicht gelb.
Da habt ihr’s! Vorbereitung ist das halbe Leben (die andere Hälfte ist Kochkunst). Hätte ich mich nicht auf Corona-Zombies vorbereitet, würde ich jetzt heulend über meinem ruinierten Boden hocken. Meine Mutter würde so schimpfen, wenn sie mich besucht. Alle Welt würde mich auslachen.
Doch ich habe triumphiert. Danach hab ich den Abwasch vom letzten Abend gemacht.
The End.
Schönes Wochenende an alle!
von Eylou 1 Kommentar
Neue Comiclawine ist übrigens schon am Anrollen! War gestern und heute viel mit euren Krakeltieren beschäftigt (wie gesagt, alle bekommen ne Zeichnung! Alle.), aber Comics kommen auch wieder mehr. Ahhhh!
OK, ihr hattet geschrieben, ich soll mir nicht so viel Stress machen. Geht ebenfalls klar! Das Bild da oben war kein gigantischer Zeichenaufwand.
Wenn der Text in einem Comic oder Cartoon etwas seltsam angeordnet ist (so wie hier), hat das übrigens nichts mit exzentrischen künstlerischen Vorlieben zu tun. Ich bemüh mich bloß, alles so zu arrangieren, dass es fast unmöglich ist, die Textblöcke in der falschen Reihenfolge zu lesen.
Ansonsten soll auch klar sein, wer was sagt, wo eine „Sprechblase“ endet und die nächste beginnt. Das ist der Hauptgrund, warum fast jeder Text bei mir so ein bisschen schief ist. So lassen sich einzelne Textblöcke besser unterscheiden.
Die Köpfe und Augen der Figuren sind so groß, damit sich Gesichtsausdrücke besser erkennen lassen, die Schrift muss groß genug sein, dass sich alles auch am Handy noch gut lesen lässt, ohne zu scrollen oder zu zoomen. Die Linien, die von den Figuren zum Text führen, sehen so zittrig aus, damit sie sich besser vom Rest der Zeichnung unterscheiden lassen und das „islieb“ steht immer da, wo es am wenigsten stört.
Generell versuche ich, keine unnötigen Objekte im Bild zu haben. Wenn irgendwo ne Sonne ist, hat die immer ne Funktion (meistens soll sie zeigen, dass sich alles draußen abspielt) und wenn ich z.B. „Natur“ im Comic brauche, würde ich die meistens so minimal wie möglich krakeln und 4 Grashalme zeichnen, sowas in der Art.
Joa, also – der ganze Stil der Comics hier hat sich größtenteils aus dem Versuch ergeben, alles so übersichtlich und leserlich wie möglich zu halten. Ich glaube, gerade im Internet und auf Social Media, wo alle mit so viel Zeug bombardiert werden, ist es so auch einladender, die Comics wirklich zu lesen, sobald sie in irgendeiner Timeline auftauchen. Falls Comics von mir manchmal sehr viel Text enthalten, merke ich schon deutlich, dass sie weniger Leute lesen. Kenne ich auch von mir selbst. Text im Internet strengt an.
Von daher danke, dass ihr diesen Text hier gelesen habt. Sehr lieb!
Guten Morgen 🙂